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18. Juni 2011

Was ist ein Wochenende?

Gestern Abend, 21:20 Uhr, eine Bibliothek in Göttingen.
Ich sitze mit zwei anderen Kommilitoninnen da und bespreche eine Problematik bezüglich unseres Referats, bemerke dann, dass ich schon im 10 Minuten zum nächsten Referatstreffen muss.

Okay, wir müssen einen neuen Termin ausmachen.
Ich blättere in meinem Timer ....
"Morgen geht zwar ab 20 Uhr, aber bis dahin kann ich nicht nochmal alle kapitel des Buches durchgehen, weil ich von 10-16 Uhr Seminar habe und direkt vom Seminar verspätet zu der Durchlaufprobe komme, die wahrscheinlich bis 20 Uhr geht. Danach wollte ich noch zwei Referate fertigstellen, für die ich kein PowerPoint brauche, damit ich mich Sonntag da-"
"WAS? Du hast am Wochenende SCHON WIEDER SEMINAR? Du hattest doch schon so viele??"
"Nein. Letztes Wochenende war frei - die Woche davor hatte ich Blockseminar."
"Ja, aber hattest du nicht schon welche im April und Mai?"
"Ja, da hatte ich auch ... ich hatte aber doch im mai zwei Wochenenden frei und diesen Monat eins."

Kurze Stille ...

"Naja, dann hast du aber die nächsten Wochenenden Zeit, zum ausspannen, oder?"
"Nein, die nächsten beiden Wochenenden auf keinen Fall. Da ist High Noon .... Stress ohne Ende. Das Wochenende danach habe ich vielleicht ein paar Theaterproben, aber vielleicht hat der Regiesseur auch Gnade und lässt mich nicht nach Hause fahren. Die Chancen sind gering, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt."
"Aber wenn du dann Theater spielst, wann hast du dann dein nächstes freies Wochenende?"
"Naja, so richtig ganz frei zur Verfügung ist das vom 19.-21.8. - da wollte ich nach Frankfurt am Main fahren, entspannen, Fotos machen und Shoppen."

Entsetzes Anstarren ...

"Mädels ....... Theater spielen ist nicht so anstrengend wie Blockseminare und die habe ich jetzt dann ja hinter mir. Außerdem habe ich dann auch genug Zeit, mich um meine Hausarbeiten zu kümmern und wenn ich hier bin, kann ich alle Hausarbeiten schön zügig hintereinander wegarbeiten ohne Zeitdruck, weil ich mich jeden Tag in die Bibliothek setzen kann. Dann habe ich mir Ende August Urlaub und Entspannung auch so richtig verdient."

Räuspern und Weiterblättern meinerseits im Kalender.
"Hm ... Sonntag habe ich wieder Blockseminar, wollte direkt 16 Uhr dann in die Bilbiothek und mich auf meine PowerPointPräsentation stürzen, weil Montagmittag halt schon die Endversion erstellt werden soll. Ok ... dann ist da noch das treffen um 19 Uhr für das Referat in 2 Wochen .... okay. Sonntag siehts schlecht aus."

So ging das dann noch 2-3 Minuten weiter.
Wenn ich Zeit hatte (Montag bis 12 Uhr, Dienstag bis 14 Uhr, Mittwoch bis 10 Uhr), hatten die anderen beiden Seminare - hatten sie Zeit, hatte ich es nicht (Montag ab 12 Uhr z. B., wohingegen ich wirklich bis 22 Uhr Uni habe und danach noch Besuch bekomme. Dienstag ist immer schlecht, der Tag ist voller Termine und an dem Tag habe ich immer 5 je 2stündige Univeranstaltungen.).

Nun treffen wir uns Mittwoch nochmal.

Und die Moral von der Geschichte lautet:
Auch, wenn ich quasi erst wieder in der zweiten Augusthälfte freie Wochenenden genießen darf,
fiebere ich schon den Semesterferien in einem Monat entgegen,
da ich mich dann bei meinen Essays und Hausarbeiten immer voll auf EINE SACHE konzentrieren
und Stück für Stück abarbeiten kann
und nicht von dem einen Referatstreffen zum nächsten hetzen muss und auf 10 Themen mich gleichtzeitig vorbereiten muss.

Kommentare:

  1. Das klingt wirklich nach schlimm viel Stress.
    Ich glaub, da würde ich verzweifeln. Beeindruckend das du das hinbekommst (:

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  2. Du hast wenigstens Treffen... mein Referatspartner verkrümelt sich im stillen Kämmerlein und lässt mich in den Abgrund treiben.
    Ich muss das Referat Monatg halten.
    Aber mein Stundenplan klingt irgendwie trotzdem nicht so hart.
    Ich habe 18 Semesterwochenstunden und acker zuhause für jedes meiner 9 Fächer zwischen 2 und 7 Stunden.
    Ich komme hochgerechnet auf etwa 18 Stunden plus 40 - 50 Stunden Hausaufgaben

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